Laute Literatur, ohne Ton - Das TKI-Projekt „Deaf Slam
Tirol“ führt Poetry Slam und Gebärdensprache
zusammen.
Der Dichterwettstreit Poetry Slam ist auch in Österreich
längst ein Massenphänomen. Zahlreiche Fans der performten Literatur
strömen jeden Monat zu den Veranstaltungen, wie etwa dem Backerei
Poetry Slam in Innsbruck. Doch Poetry Slam in Gebärdensprache gab
es bisher in Österreich noch nicht. Das TKI-Projekt „Deaf
Slam Tirol“ bringt nun die beiden sprachlichen Nachbarn
zusammen und lädt dabei auch Hörende ein, die Gebärdensprache
kennen zu lernen.
Alle Veranstaltungen werden von DolmetscherInnen simultan
übertragen: „Uns war es wichtig, dass immer beide Seiten vom
Programm profitieren“, erklären die OrganisatorInnen Melanie
Dehne und Stefan Abermann. „Hörende und Gehörlose sollen Spaß
daran haben, schließlich betreten beide Gruppen auf ihre Weise
Neuland.“
Im Rahmen des Projekts gibt es vom 13.4.-24.5. nicht nur
Auftritte von namhaften SlammerInnen, sondern auch Workshops, in
denen man lernt, eigene Texte auf der Bühne wirkungsvoll
umzusetzen. Den Abschluss bildet ein großer Bilingual-Slam, bei dem
Gehörlose und Hörende um den Titel des ersten Deaf-Slam-Champions
ringen werden. Ziel des Projekts ist es, Poetry Slam auch in der
Tiroler Gehörlosencommunity zu verankern.
Den Auftakt bildet am 13.4. um 15 Uhr in der Bäckerei
(Dreiheiligenstr., Innsbruck) ein Gebärdensprachworkshop für
Hörende. Am Abend präsentiert der Berliner Gebärden-Slammer
Giuseppe Giuranna dem Publikum seine Texte. Am Tag darauf leitet
Giuranna auch einen Workshop im Haus der Tiroler Gehörlosen. Die
Teilnahme an den Workshops ist gratis, Anmeldung unter:
deafslamtirol@gmail.com.
Alle weiteren Termine und Infos finden sich unter deafslamtirol.wordpress.com.